Pauline Bonaparte

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 Pauline Bonaparte

(1780-1825)

Von seinen drei Schwestern Elisa (1777-1820), Pauline (1780-1825) und Caroline (1782-1839), stand die schöne Pauline dem Kaiser Napoleon am nächsten. Noch auf St. Helena sagte er über sie:

"Pauline war vermutlich in jedem Lebensabschnitt die schönste Frau ihrer Zeit und wird für mich bis zu ihrem Tod das beste Geschöpft der Welt bleiben".


Maria Paola wurde am 20. September 1780 geboren. Sie hatte nie eine politische Bedeutung erlangt und, anders als ihre Geschwister, bekam Pauline nie ein größeres Herrschaftsgebiet zugesprochen - sie verlangte auch gar nicht dannach. Ihr Leben galt der Schönheit und der Liebe. Maria Paola, die sich erst Paoletta und dann als Fürstin Borghese Pauline nennen wird, galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit. Auch war sie sehr eitel, was ihren Höhepunkt darin fand, sich vom Bildhauer Canova als Venus verwewigen zu lassen. Die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte Pauline in Paris, wo sie durch Skandale und Affären auf sich aufmerksam machte. Sie hatte sicher so viele Liebhaber, wie ihr kaiserlicher Bruder Mätresen. Mit 14 war Pauline das erste mal verliebt und zwar in den über 20 Jahre älteren Stanislas Freron. Dieser machte während der Jakobinerherrschaft durch wahre Hinrichtungswellen in Marseille von sich reden. Auch war er ein Frauenheld, der in Paris eine Weile in wilder Ehe mit ein
er Schauspielerin lebte. Solch ein Mann paßte politisch und vom Lebenswandel her nicht in das Weltbild der Familie Bonaparte. Aus dieser Ehe, Freron machte Pauline einen Antrag, wurde also nichts. Viel besser zu Pauline paßte, nach Ansicht von Napoleon, der General Emanuel Leclerc. In der Armee wurde dieser als blonder Napoleon bezeichnet, da Leclerc Bonaparte nicht nur in Gestalt und Gesichtszügen ähnlich wirkte, sondern ihn auch zu imitieren versuchte. 1797, mit 17 Jahren wird Pauline mit dem 8 Jahre älteren General getraut. Im italienischen Hauptquartier Mombello in der nähe Mailands zieht die kleine Schwester Bonapartes alle Blicke auf sich. Sie stiehlt sogar ihrer verhassten Schwägerin Josephine die Aufmerksamkeit.



Reconnaissez vos deux vainqueurs,

Peuples, courbez vos fronts dociles:

Pauline s'empare des coeurs

Quand Bonaparte prend les villes.


Völker, seht diese beiden Besieger,

und beugt eure gelehrige Stirn,

Pauline bemächtigt sich der Herzen,

Bonaparte nimmt die Städte dafür.



Ein Jahr später bringt Pauline in Paris ihr einziges Kind - Dermide Louis Napoleon - zur Welt. Der Kleine stirbt aber bereits mit 6 Jahren. Nach der Geburt verschlechtert sich Paulines Gesundheit, sie wird ihr Leben lang darunter leiden. Die Generalin Leclerc genießt ihre Zeit in Paris. Da ihr Mann oft abwesend ist beginnt sie drei Affären gleichzeitig, mit den Generälen Moreau und McDonald und dem Minister Beurnouville. Bald füllt die Schwester des erste Konsuls die Skandelblätter, so dass dieser sie zu ihrem Mann nach Haiti schickt. Auch dort werden der schönen Frau Liebschaften nachgesagt, doch zeigt Pauline auch ihren Mut und ihre Opferbereitschaft. Bei einem Aufstand weigert sie sich, sich mit ihrem Kind und dem Personal auf die Schiffe zu flüchten. Auch pflegt die sonst so eitle und träge Pauline zusammen mit anderen Offiziersfrauen Verwundete. 1802 stirbt Leclerc am Gelbfieber und Pauline ist mit 22 Witwe. Sie schneidet ihre schönen schwarzen Haare ab, um sie ihrem Mann mit de
n den Sarg zu legen. 2 Jahre später wird sie das bei ihrem Sohn wiederholen. Zurück in Paris nimmt sie aber bald ihr altes Leben, dass aus Bällen und Vergnügungen besteht, wieder auf. 1803 heiratet den schönen, aber trägen und impotenten Fürsten Borghese. Die Ehe scheitert und Pauline verbringt, bis auf wenige Ausnahmen, die meiste Zeit der Regierung ihres Bruders, in Paris. 1804 trägt sie bei der Krönung Napoleons, zusammen mit ihren Schwestern, die Schleppe der verhassten Josephine. Es sind Elisa und Caroline, die ihren Bruder drängen, sie mit Titeln zu überhäufen. Pauline aber hat an der Macht kein Interesse. Ihr Leben besteht aus Liebesaffären, Vergnügungen, Krankheiten und Kuraufenthalten. Pauline hat Verhältnisse mit den verschiedensten Männer. Vom russischen Kosakenhauptmann Tschernitschew über den polnischen General Poniatowski bis zum berühmten Schauspieler Talma. Bei dem Offizier Jean de Canoville findet man bei dessen Tod in der Schlacht bei Borodino das Bild der Fürstin Borghese.



Ebenso wie Caroline versteht sich Pauline, ihrem Bruder Frauen zuzuführen, um der Schwägerin eines auszuwischen. Zwischen seiner Scheidung und Wiederverheiratung hat Napoleon eine Liason mit Paulines Freundin Christine de Mathis



Pauline ist die einzige der Geschwister, die ihrem Bruder 1814 nach Elba folgt und dort viel Zeit mit ihm verbringt. Dort sind wahrscheinlich auch die Gerüchte entstanden, Napoleon und Pauline hätten eine Inzestbeziehung geführt. Das entspricht natürlich in keinster Weise der Wahrheit. Nur gefiel es den Bourbonen alle möglichen Gerüchte über den gestürzten Kaiser in die Welt zu setzen. Als Napoleon Elba verläßt schenkt sie ihm durch dessen Kammerdiener Marchand ihr Brillandkollier: " Er wird es brauchen können, wenn ihn sein Glück verlassen sollte - verlassen sie ihn nie". Pauline sah ihren geliebten Bruder nie wieder. Die nächsten Jahre lebt Pauline bei ihrer Mutter ihn Rom. Ihr Hauptinteresse richtet sich auf das Schicksal ihres Bruder, dem sie sogar nach St. Helena folgen wollte. Die englische Regierung lehnte dies jedoch mehrmals ab. Auf die Nachricht von seinem Tod 1821 erleidet Pauline einen schweren Nervenzusammenbrauch. Ihre letzten Jahre verbringt sie in Abgeschiedenheit und ihre Gesundheit verschle
chtert sich zusehends. 1824 versöhnt sie sich sogar mit ihrem Gatten. Sie stirbt in dessen Armen am 9. Juni 1825 in Florenz.


Von Pauline stammt folgende Zeile aus einem Brief, den sie 1814 an ihren Schwager Baciocchi (Elisas Mann) schreibt:


"Ich habe den Kaiser nicht als Souverän geliebt, ich habe ihn als meinen Bruder geliebt und werde ihm treu bleiben bis zum Tod"



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